IAA - Teil 2 - Die Überraschung

Die Amerikaner sind üblicherweise ganz stolz auf ihr Gebrautes. Bud Light soll das Beste sein. Hinter vorgehaltener Hand wissen es aber selbst die Patrioten: in Deutschland gibt es besseres Blondes, vor allem im Süden, in Bayern. Wenn es um Sportlichkeit bei Autos geht verhält es sich sehr ähnlich.

Amerikanisch ist traditionell weich. Soll es sportlich sein wird es einfach nur härter. Härter das Fahrwerk. Härter der Beschleunigungskick. Härter der Durst. Auch das können die Deutschen besser.


Das glauben die Jungs und Mädels von Cadillac nicht und wagen einen Angriff auf Bayern. Die Waffe der Wahl: Cadillac ATS.


Ganz ins Stealth-Bomber gestylt kommt er in gewohnter kantiger Manier daher. Die Proportionen deuten den sportiven Anspruch an. Die Länge ist mit 4,65m geradezu kompakt. Die Schnauze ist schnittig geneigt und stemmt die Bügelfalten in den Wind. Das Heck ist knapp und knackig. Dazwischen befindet sich die wohldimensionierte Luxuszelle. Sportsitze, Leder und jede Menge Extras zeigen Sportlichkeit und Luxus made in US of A. Die Ausstattungsliste braucht sich auch nicht zu verstecken. HUD, Magnetic Ride Fahrwerk und jede menge Assistenten (allerdings keine Praktikantinnen!). Ganz stolz präsentieren die Cadillacianer das "CUE" - Cadillac User Experience - seines Zeichens das Infotainment System. Neben den erwartungsgemäßen Multimediafunktionstsumfang sind 2 Eastereggähnliche Gags in das Touchscreenelement eingebaut. Einerseits lässt sich ein Teil der Mittelkonsole hochklappen und bittet Stauraum für IPod, Handy und Co und andererseits quittieren die Bedienelemente jeden Tastendruck mit einem handyähnlichen Vibrieren. Vibrieren kann auch der Fahrersitz. Der "Safety Alert Seat"warnt den Fahrer, durch sanftes aber nachdruckvolles Vibrieren, vor Gefahren. Ein I-Drive-Derivat sucht man vergeblich dafür verspricht man Schaltwippen aus Magnesium für das Lenkrad.


Ganz gegen die amerikanische Tradition ist das Gewicht trotz der Extras überraschend gering. Gerade mal knappe 1,5 Tonnen bringt der Caddy auf die Waage. 

Motorisch wird dem Europäer nur ein Bruchteil der eigentlichen Motorenpalette geboten. Während in den USA Motorisierungen zwischen 2,5L Sauger mit knappen 205 PS und einem 3,6L V6 mit 325 PS auf den Markt geworfen werden, liegt der hierzulande angebotene 2,0 L Turbo in der Mitte. 276 PS quetscht der Turbo aus vier Zylindern. Das Drehmoment darf die Hinterachse bearbeiten. 


Der Verbrauch soll mit 8,2 L/100km (kombiniert) auch a
typisch niedrig sein.

Um die amerikanischtypische Angst vor Kurven zu minimieren wurden dem ATS Therapistunden in Nürnburg verschrieben.






Auch wenn ATS mal die Abkürzung für den Schilling war ist von dem Sport-Caddy keine Spur auf dem Österreichischen Automobilmarkt. Bei den Deutschen Nachbarn sieht die Welt schon wieder anders aus. Was in Neu zwischen knappen € 40.000,- und € 50.000,-, je nach Ausstattung, kosten darf wird als junger Gebrauchter schon ab € 30.000,- angeboten. In Österreich darf man zu den Neuwagenpreisen noch € 6.000,- bzw. € 7.000,- addieren. Gebrauchte sucht man wie gesagt vergeblich.

Alles zusammen klingt wie würdiger Opponent für den 3er. Mit der Leistung ist wohl das Ziel mittig zwischen einem 328i und einem 335i angepeilt. Bei dem Preis/Ausstattungs-Verhältnis ist wohl eher der 328er der Hauptgegner.

Die Kerndaten klingen schmackhaft. Der Ersteindruck ist jedenfalls positiv. Ganz dem Europäischen Standard entsprechende überrascht der kompakte Sportliche.


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