Otto und Wankel in froher Hoffnung.

Otto ist der King! Zumindest in der Motorenwelt. Gefühlt seit "eh schon immer" bleibt das Otto-Motor-Prinzip ein Evergreen. Nach fast 8 Jahrzehnten an Upgrades, Leistungssteigerungen und Optimierungen blieb das Grundprinzip stets gleich: ein ständiges Auf und Ab.

Ein Visionär wagte es diesem - wohl genetisch veranlagten - Bewegungsablauf zu widersprechen. Rotation sei viel Fließender und viel Energieeffizienter, sagte er. Er dachte "Outside of the Box". Das Resultat trägt heute seinen Namen - Wankel. Doch was wie der heilige Gral des Motorenbaus klang entpuppte sich in der Realität als zumindest problematisch. Gerade die Wankel-Anfänger erkennt man an dem ständigen Blick unter das Fahrzeug, auf der Suche nach Lecks. Einerseits nach einem Öl-Leck - denn der Kreiskolben nutzt das Öl nicht nur als Schmier- sondern auch als Treibstoff - und andererseits nach einem Benzin-Leck - denn obwohl das Prinzip von der Idee her Energieeffizienz verspricht kann der tatsächlich erzielte Verbrauch diese Prämisse nicht beweisen. Alles Problemchen die ein Otto schon lange nicht mehr hat, hat er doch einen gewissen Alters- und somit Forschungsvorsprung.

Doch was passiert wenn man Otto und Wankel paart? So oder so ähnlich lautete wohl die Frage die sich ein Neuseeländer stellte. Die Antwort baute er sich selbst.

Wenn Otto und Wankel also ein Kind zeugen dann heißt es "Wankto"? oder "Otankel"? Nein! Einfacher! "Duke"! 3 Zündkerzen, 4 Buchstaben, 5 Zylinder - so lautet die Formel für diese Erfindung. 

Erstinstanzlich wurde ein Reihenmotor im Kreis gebogen und die 5 Zylinder um die anzutreibende Achse angeordnet. Dann ließ man die Zylinder um die Achse rotieren. Es entstand eine kleine Tonne die es schafft die in Kohlenstoff gespeicherte Energie in eine Drehbewegung umzuwandeln. Diese Anordnung macht Ventile überflüssig. Die Zylinder besuchen die Ein- und Auslassöffnungen im Vorbeiflug - Wankel lässt grüßen. Die freiwerdende Explosionsenergie leitet das Duo aus Kolben und Pleuelstange an einen Stern. Dieser versinnbildlich hier die Kurbelwelle und macht aus dem ewigen Auf und Ab eine Drehbewegung.

Über all das wird man - die Überwindung der Sprachbarrieren vorausgesetzt - auf der Homepage des Erfinders www.dukeengines.com bestens aufgeklärt. Videos vom Dyno sollen bestätigen, dass es sich nicht nur um eine wirre Spinnerei eines übermotivierten Ingenieurs handelt.  

Tatsächliche Leistungsangaben sind recht spärlich gesät. Von 105kw bei 3500 Umdrehungen ist die Rede. Man träumt von 8000 Rotationen und wünscht sich 300kw. Die ausgesprochene Klopffestigkeit wird angepriesen - soll ideal für alle Fön-Freunde und Blow-Off-Fans sein. Das Gerät ist ein Luder - sagt die Seite - saugt jeden Saft der sich verbrennen lässt. Vom Billigspritt bis Kerosin und Avgas ist alles ohne Probleme geeignet - angeblich. Diesel bleibt dann doch Theorie - Selbstzünder eben. 

Beim durchlesen der Seite wird eines klar: die Entwicklung bewegt sich noch mit Babyschritten voran - ist mehr so Fötusgezappel im Mutterleib. Denn außer eines Proof of Concept und den einen oder anderen Prototypen ist noch nicht allzu viel zu lesen. 

Ob diese Idee nun Zukunftsweisend ist oder doch Ottos  Entwicklungsvorsprung zum Opfer und damit zu einer Totgeburt wird, das werden die kommende Entwicklung, ausreichend Backup finanzieller Natur und eine gehörige Portion Glück noch bestimmen - Interessant klingt das Ganze allemal!

------
Be sure to like, share and comment @ www.facebook.com/daily.driv6n


0 Kommentare: