Wenn man nicht darf aber sehr sehr will, dann darf man!

...Das besagt ein altes russisches Sprichwort. Das ist wohl der Grund warum in Russland allzu oft das Faustrecht regiert. Das ist aber auch der Grund warum es solche Skurrilitäten gibt wie das um das es hier geht. Aber erstmal alles der Reihe nach.

Anfang 2012 versetzte Nissan alle in Aufruhr. Der Grund ist matt
schwarz, extra breit, hat einen V6, 2 Turbos, 485 PS und ein durchwegs übersichtlich-handliches Format. Der Name des Handtaschen-Godzillas klingt genauso kantig wie das Design - Juke R. Zwischen pottenhäßlich und einfach unglaublich schräg hatte dieser Blechknäuel  bei so manchen das "Will-Haben-Zentrum" im Gehirn angesprochen. Der Begeisterung folgte (wie so oft) Ernüchterung: Herstellung nur auf Bestellung, Preis pro Exemplar € 450.000,-. Woher haben wenn nicht stehlen?



Mit dieser Frage befasste sich ein gewisser Vladimir Ulanov. Dabei war sein Zugang ein pragmatischer. Das Kochrezept für einen Juke R ist im Grunde simpel. Eine Juke Karosserie und ein GTR Kern, alles goldbraun backen und warten bis das "Ding!" ertönt. Ein Unternehmen mit dem witzig klingenden Namen "Shpilli Villi Engineering" machte bei diesem Gericht den Backofen.

Gesagt! Getan! Gestaunt!



Der Juke - der schon in der Zivilversion optisch die Ästhetik eines Warzenschweines hat - wurde im Resultat optisch nur sehr - sagen wir - funktional umgestaltet. Russisch eben. Technisch wurde nach Schema F vorgegangen. Ein GTR wurde entkernt und in eine andere Hülle gegossen. Dazu kam die eine oder andere Leistungssteigerung - wenn man schon dabei war. 800 PS mit Rennsprit, sonst 700 - ist eine Ansage.



Auf Youtube wird man Zeuge wie dieser weiße Frankenstein den einen oder anderen Supersportler auf der Meile über die klinge springen lässt. Die Kurverqualitäten werden in einem anderen, in Nürnburg aufgezeichneten Videos dokumentiert. Eine Vorführung auf dem Testgeländer des ÖAMTC geht allerdings gehörig in die Hose. Godzilla stolpert über eine Böschung und wird zu einem Elefanten im Tiefflug, zu Dumbo. So elegant kann man einen Briefbeschwerer für Erwachsene um einen sechstelligen Geldbetrag herstellen. Dabei wurde der Airbag-Funktionstest bereits durchgeführt und vorschriftsmäßig auf Video dokumentiert. Scheinbar hat ein Kaufinteressent bei der Probefahrt schneller als sein Hirn. Das Bremsmanöver wurde via Wand durchgeführt.



Tovarisch Ulanov macht das nichts. Er hat sein Faible für den Franken-Juke entdeckt und stellt diese anscheinend auch auf Bestellung in 4 Eskalationsstufen her. Bleibt nur noch zu hoffen über, dass nicht jedes Exemplar einem Crash-Test unterzogen wird.



0 Kommentare: