Pony is back

Zuerst auf etwas dürftigen, weil geleakten, Fotos einer Hochglazzeitschrift und später auch schon in voller Pracht wurde die Tage die 6te Reinkarnation einer amerikanischen Legende vorgestellt. Das wilde Pferd im Logo und zuweilen auch die angriffslustige Kobra im Namen sind (fast) jedem spätestens seit "Gone in 60 seconds" ein Begriff. 2015 soll der Mustang (wie so oft) schärfer, schneller, besser werden.


Optisch wurde an der Karosserie deutlich nachgeschärft. 2006 erblickte der Guigiaro Mustang das Licht der Welt und war als Concept dem Einzelstück-Dasein am Boden einer Schreibtischschublade verdammt. 2015 wurde die Schublade offenbar geöffnet und die italienisch gezeichneten Linien wurden auf eine massentaugliche Leinwand übertragen. Komplettiert wurde Optik durch eine gehörige Portion "Markengesicht". Die schmalen Scheinwerfer und der pentagonale Grill vervollständigen das Erscheinungsbild. Hinten wurde der Klassik genüge getan. Das 3-Streifen-Design der Rückleuchten wurde Gerüchten zufolge bereits als Weltkulturerbe unter Denkmalschutz gestellt. 


Klassisch geht es auch im Innenraum zu. Amerikanisches Barock trifft auf moderne Technik - Steampunk auf Fordisch sozusagen. Freilich dürfen auch die XXXL-Pappbecher-kompatible Cupholder nicht fehlen. Die Bilder sind Vielversprechend. Die eigene Erfahrung zieht die Sabber-Reißleine. Die Amis haben erfahrungsgemäß einen etwas anderen (uneuropäischen eben)Zugang zum Thema Qualität. Das was auf den Fotos hübsch aussieht wird vermutlich in Natura hartes Plastik in billigem Chromlack sein. 


Unter Lack und Plastik geht es überraschend erfrischend zu. Die Starrachse darf, ob des Einzug haltenden technischen Fortschritt, in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Antriebsseitig bildet ein V8 (5L, 430 PS, 530 Nm) das obere Ende der Skala und hievt den Gaul in den Stand eines Musclecars. Das Pony des John Smith darf mit 3,7L V6  betrieben werden (Max Mustermann kommt nicht in diesen Genuss). Überraschend bildet ein 4-Ender mit 2,3L, geföhnt auf 310 PS, und 407 Nm, das untere Ende der Bandbreite - das Schaukelpferd gewissermaßen.

Das insgesamt Europa-afine Setup des Mustangs kommt nicht von ungefähr. Ende 2014/Anfang 2015 kann man erstmals hierzulande direkt beim Ford-Händler das Reiten erlernen - ganz ohne Grauimporte.

Für eine nachhaltige Veränderung des Straßenbildes wird der 'Stang allerdings nicht verantwortlich sein, dafür sorgt schon die Mitzi, ihres Zeichens "Finance is wos anders ois die Kibarei" Fekter.

Price-Wise herrscht noch eiserne Stille. Eigene ambitionierte Schätzung: nicht unter € 30.000,- nicht (wesentlich) über € 50.000,-. Je nachdem wie sehr man in der Aufpreisliste wütet und wie tief einem das Finanzamt in die Tasche greift. Man darf gespannt sein. Schließlich wurde der, seit einigen Jahren in Europa erhältliche, Camaro auch erfolgreich mittels Steuern abgewürgt.

1 Jahr muss man sich also noch gedulden. Inzwischen kann man sich bei einem Ausflug auf den Straßen Nordamerikas ein Bild von dem aktuellen Modell verschaffen. Inzwischen bittet nämlich so ziemlich jedes Rent-a-Car-Service auch ein Wildpferd an.

Für alle ungeduldigen hier noch eine eine Hörprobe des New American Muscle...



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