Vienna Autoshow 2014 - Teil I - The Good - The Bad - The Quitschbunt

Auch heuer startet die alljährliche Pilgerfahrt. Pilgerstätte sind die Hallen der Wiener Messe. Grund: Vienna Autoshow. Grund genug für uns einen kleinen Vorgeschmack zu präsentieren.


Überragende Überraschungen bleiben freilich aus (dies ist der Größe des österreichischen Automobilmarktes und der starken internationalen Konkurrenz wie z.B. der IAA geschuldet) was nicht heißt, dass die Veranstaltung Highlight-los verlaufen soll.

Um das in der Vergangenheit so gehypte Thema Elektromobilität ist es deutlich leiser geworden. Lediglich BMW beweist Zweckoptimismus auf hohen Niveau und präsentiert die 2 neuesten Kreationen BMW i3 und BMW i8. Während das erstere ein reines Stadtfahrzeug ist, ist das zweitere ein reinrassiger Sportler. Mit 3 Zylindern und einem Hubraum von 1,5 l klingen die Leistungsdaten zwar erstmal eher nach Smartkonkurrent als nach Porschekiller, dank Turbofön und einem zusätzlichen 131 PS starken Elektromotor stehen 4,4 Sekunden auf der Stoppuhr wenn die Nadel die 100 erreicht.

Beim i3 geht es ziviler zu. Ein Stadtauto samt optionalem Range Extender. Preislich um die € 40.000,- angesiedelt steht der i3 knapp an der Grenze zum, stückzahlenmäßig vernachlässigbaren, Segment des Luxusspielzeugs.  Der optische Auftritt und die sensationelle Materialwahl lassen Sci-Fi-Assoziationen aufkommen und machen definitiv Lust auf mehr.

Lust ist genau das richtige Stichwort. Wenige Meter entfernt lauert er, der Stachelrochen. Scharfe Kanten, edles Design und martialischer Auftritt sind die Kernkompetenzen der Ami-Legende. Das "Will-Haben-Zentrum" des Gehirns wird gekonnt angesprochen. Haarscharf unter die € 100.000,- Marke gezielt ist man dabei. Es stellen sich im Wesentlichen 2 Fragen: 1. wo kriegt man die Kohle her und 2. wo findet man eine Testosterontankstelle (denn das scheint in dem Fall der einzige angemessene Treibstoff zu sein)

Dass man für ein vergleichbares Fahrerlebnis nicht über den großen Teich muss beweist der Jaguar F-Type. Knackig, Sexy, Elegant.

In Frankreich besinnt man sich unterdes den weltlichen Tugenden. Peugeot präsentiert ein neues Kapitel im Buch der Kompaktklasse. Glücklicherweise hat Peugeot den Resetknopf im Wettrüsten um die Größe der Hauptscheinwerfer gefunden. Der daraus resultierende, interessante optische Auftritt wird mit ausgefallenem Innenraumkonzept gepaart. Lässt zwar nicht den Atem Stocken verspricht allerdings einen Praxismehrwert.

Ähnlich bodenständig präsentiert sich Citroen. Die DS-Reihe sind das Aushängeschild. Von quitschbunt-feminin im DS3 bis futuristisch-alltagstaublich im DS5. Keine Überraschungen. Allerdings weis der DS5 mit seiner außergewöhnlichen Melange aus Pampersbomber und Spacefighter durchaus zu begeistern. Ein Testbericht ist unumgänglich und wird in wenigen Wochen folgen.

Das in den vergangenen Jahren in Richtung Brot-&-Butter-Auto abdriftende Japan versucht sich mit wenigen sportlichen Highlight zu profilieren. Der "Joystik-der-Play-Station-Generation" GTR glänzt im unschuldigen weiß. Dahinter ein Juke-Nismo. Eine Gestalt aus einem Comic-Buch. Eine unheilige Allianz zwischen einem Manga-Oktopus und dem Pedo-Bear.  Positiver Nebenaspekt: Gebrauchsspuren und Blechschäden können getrost als optische Aufwertungspotentiale gesehen werden.

Auch Toyota übt sich in Sportlichkeit. Der GT86 ist inzwischen seit knapp 1 Jahr auf dem Markt und hat es bis dato nicht geschafft das Straßenbild nachhaltig zu verändern. Wenig erfolgsversprechend ist die präsentierte Version. Dank technischer Upgrades im Bereich Technik, Abgasanlage und Fahrwerk und durch optische Aufwertungen (sprich Bodykit) wird der Einstiegspreis spontan verdoppelt. Sechzigtausend! Ist eine Ansage, für einen kleinen Sportler. In Original ist man mit runden € 30.000,- im Club. Dafür gibt es ein schlankes, puristisches und heckgetriebenes Sportwagenfeeling. Als performanter Underdog in einem sonst emotional dominierten Segment wird auch hier ein Testbericht folgen.

Im Gegensatz zur Corvette wird der, bei Mercedes ausgestellte, Smart wohl nicht mit Testosteron sondenfern mit Red Bull betrieben. Die entsprechenden Flügel sind ihm schon gewachsen.

Vor wenigen Jahren stellte Mercedes Benz die Neuerfindung der A-Klasse vor. Vom scharf gezeichneten Konzept bliebt allerdings nur eine Designhülse. Die entschärften Proportionen wollte so gar nicht zur Golfkonkurrenz passen. Der Familienzuwachs mit Natur-Bursch-Genen lässt die entstellte Optik ins rechte Licht rücken denn das was auf einem City-Kompakten knackwürstig aussieht, macht mit einem Geländeauftritt wieder Sinn. Die neue GLA-Klasse sieht stimmig aus und mit den entsprechenden Kreuzen auf der Aufpreisliste wird die Optik in Richtung "Premium" wirkungsvoll abgerundet.

Ein weiterer, und inzwischen auch nicht ganz neuer, Ableger der A-Klasse ist der CLA. Im AMG-Trimm wurde eine Prise der ursprünglichen Concept-Car-Schärfe auf die Straße gerettet. Interessante Front, ein etwas abgekürztes Heck, eine Melange aus Kompaktklasse und Oberklassenlimousine. Klingt interessant. Ob es sich auch so fährt wird eine Probefahrt zeigen.

Was auf der anderen Seite des großen Teiches bereits die Straßen unsicher macht ist in Österreich noch als Einzelstück zu bewundern - der neue Mondeo. Angepasst an die Nachfragesituation wird die Kombiversion als Premiere gefeiert.

Im gleichen Scheinwerferlicht darf sich eine eine weitere Ford-Neuheit baden - der Ecosport. Klein, vermeintlich geländegängig und unglaublich hässlich.

Mit Abwesenheit glänzt das Rennpferd. Lediglich eine Plakat versucht sich im Vorspiel. Von einem Mustang zum Anfassen ist weit und breit keine Spur - schade!

Fröhlich Bunt steht der neue Mini da. Das der Name immer mehr zu einer Worthülse verkommt zeigt der stete Größenzuwachs mit jedem Generationenwechsel. "Mini" steht hier allerdings an der Antriebsseite. Schließlich wird hier in Zukunft 1 ganzer Zylinder eingespart.



 Fortsetzung folgt...

















 




0 Kommentare: