'Elchragout' - die neu zubereitete A-Klasse vom Sternekoch

Die Zubereitung auf Hauben-Niveau beginnt stets mit der "Mise en Place" - zu Deutsch "Vorbereitungsarbeiten". Dabei ist die Kompaktklasse wie ein "Wildragout" - wirkt einfach, ist es aber nicht. 


Zutaten & Zubereitung

Das wichtigste Element für ein gelungenes Mahl sind die Zutaten. Folgt man dem klassischen Rezept, fängt man mit wenig Außenvolumen an und fügt Wendigkeit gepaart mit Alltagstauglichkeit als Geschmacksträger hinzu. Der Frontantrieb hat sich in der Vergangenheit bestens als Fond bewährt, doch um dem Anspruch der "Sterneküche" gerecht zu werden, wird hier mit einer Prise Design und Sportlichkeit garniert. 


Die Zutaten sind vielversprechend, doch die Zubereitung an sich ist eben so wichtig. 


Zum Wohle der Allgemeinheit und ohne Rücksicht auf den eigenen Magen wagten wir uns in Hell's Kitchen, um herauszufinden ob die Köche von Mercedes hier ein Mahl gezaubert haben, welches eines Sternekochs würdig ist oder doch nur ein überteuertes Gulasch daraus geworden ist.

Das Mahl
Anfänglich wurde die A-Klasse im städtischen Gourmet-Restaurant verkostet, denn hierfür wurden die Zutaten dosiert und hoffentlich auch "à point" gegart. Auf den ersten paar Metern kann man bedenkenlos attestieren: "die Köche von Mercedes verstehen ihr Geschäft, denn die Zutaten sind   wohl dosiert." Durch die ziemlich direkt gehaltene Lenkung schwenkt es sich leicht und unbeschwert durch den städtischen Verkehr. Die serienmäßige Klimaanlage ist gut temperiert, sodass man nicht Gefahr läuft sich die Zunge zu verbrennen.




Aufgrund der guten Übersichtlichkeit nach vorne wird man schnell mit dem Fahrzeug vertraut und passiert auch oft auftretende Engstellen des Stadtverkehrs mit Bravour. Einzig die Übersichtlichkeit nach hinten hat einen etwas fahlen Nachgeschmack. Die breite C-Säule und die schmal gehaltene Heckscheibe vermitteln beim Rückwärtsfahren eher das Gefühl des Kaffeesudlesens, denn eines Blickes in die Glaskugel. Ein geübter Fahrer (oder auch Fahrerin) passt sich jedoch schnell an und findet selbst in der kleinsten Lücke Platz. Für alle Anderen gibt es die optional erhältliche Rückfahrkamera oder den "Aktiven Park-Assistent" zum Nachwürzen.





In der Stadt kann die Neuauflage der A-Klasse überzeugen, doch wir wollen noch weiter hinaus und wagen uns in das Gebiet der Weinberge. Hier wollen wir die Frage beantworten..."Kann dieses Gourmet-Mahl auch die typisch österreichische Heurigenkultur überzeugen?"






Beim Heurigen ordert man sein Menü am besten mit dem AMG-Paket, das unter anderem eine "Sport-Direktlenkung" beinhaltet. Hierdurch wird die A-Klasse zum Kurvenräuber auf den Landstraßen. Dank des, im Vergleich zu den Vorgängermodellen, niedrigeren Schwerpunktes, muss man dabei auch keine Angst haben die Welt irgendwann verkehrt herum zu sehen. Eher erfreut man sich über den guten Seitenhalt des Teilleder-Sportgestühls und genießt die schöne Würze des Ragouts. 





Beim Innenraum wurde nur wenig experimentiert, stattdessen wurde hier in das Mercedes-Typische Würzregal gegriffen. Diese Anordnung und Designlinie findet sich in fast allen Modellen der Palette wieder. Das markanteste Geschmackserlebnis im Innenraum, wird durch den auffallenden aufgesetzten Bildschirm im Tablet-PC-Design erzeugt. Diesen mag man oder nicht - ein dazwischen gibt es hier kaum. Unseren Geschmack trifft es keineswegs - würde man dem ausgestellten Monitor jedoch eine "Tab"-entsprechende Nutzung ermöglichen, könnte sich unsere Meinung noch ändern.

Durch Musiksteuerung und Apps könnte so theoretisch für die Bespaßung der hinteren Reihe gesorgt werden, oder etwa die Routenplanung vor der Abreise am heimischen Sofa passieren. Leider reichte hierfür die Phantasie der Entwickler nicht aus - schade eigentlich!





Zusammenfassend kann man sagen: das Wildragout war exquisit und schmeckt sowohl im städtischen Gourmet-Restaurant als auch im ländlichen Heurigen.



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